Zürich kulturell: wo der Kunsthandel floriert und Bühnenspektakel begeistert



Als eine der weltweit führenden Kunsthandelsstädte bietet Zürich über 50 Museen und mehr als 100 Galerien. Der dichte Kulturkalender reicht von Opern, Ballett, Kon-zerten und Theater in den Zürcher Kulturhäusern mit internationaler Ausstrahlung bis hin zu ganz kleinen Veranstaltungen.



Kunstgenüsse: über 50 Museen und mehr als 100 Galerien
Zürich gehört in die Liga der führenden Kunsthandelsstädte und reiht sich unter den zehn Top-Galerienstädte der Welt ein. Typisch für Zürich ist die Galeriendichte: um die
Rämistrasse befinden sich Galerien wenige Gehminuten voneinander entfernt – im ehemaligen Löwenbräu sogar Tür an Tür. Im Quartier Aussersihl erlebt die Galerienszene einen Boom und die Zürcher Bahnhofstrasse wird immer kunstvoller: Dank den Ausstellungen der Galerien Pels-Leusden oder Gmurzynska – Letztere mit Fokus auf russische Avantgarde am Paradeplatz.
Die Galerie Mai 36 widmet sich Künstlern, die ihre Ursprünge in der Pop-, Minimal- und Konzeptkunst haben, darunter Franz Ackermann, John Baldessari oder Rita McBride. In der Galerie des Pioniers Bruno Bischofberger findet man Pop Art Werke, unter anderem von Andy Warhol und Jean-Michel Basquiat. Als ein Star unter den jungen Galeristen auf dem Platz Zürich gilt Peter Kilchmann, der spannende avantgardistische Kunst bietet. Während Bob Van Orsouw aufstrebende Künstler berücksichtigt zeigen Hauser & Wirth Künstler der Spitzenklasse wie Pipilotti Rist und Paul McCarthy. Eva Presenhuber vertritt Namen wie Ugo Rondinone und Urs Fischer – internationale Shootingsstars und junge Schweizer Talente.
Neben renommierten Galerien haben auch die Auktionshäuser Christie’s und Sotheby’s Niederlassungen in Zürich.

Alleine die Stadt bietet über 50 Museen, von denen sich rund 14 der Kunst widmen: Im Kunsthaus Zürich, dem Museum für bildende Kunst, findet man eine bedeutende Sammlung von Gemälden, Skulpturen, Fotos und Videos. Ausserdem bietet das Kunsthaus eine umfassende Sammlung von Werken Alberto Giacomettis. Ein weiterer Höhepunkt ist das Museum Rietberg als eines der international führenden Zentren für aussereuropäische Kunst. Und wenige Schritte vom Hauptbahnhof Zürich entfernt beherbergt das Schweizerische Landesmuseum – ein über 100-jähriges schlossartiges Gebäude – die grösste kulturgeschichtliche Sammlung des Landes.
Kunst wird in Zürich auch ausserhalb von Museen und Galerien gelebt: sei es mit der
Giacometti-Halle in der Polizei-Hauptwache, den Chorfenstern von Marc Chagall in der
Fraumünster-Kirche oder der Heureka von Jean Tinguely am Zürichsee unter freiem Himmel.

Unter Kunst speisen
Das Restaurant Kronenhalle war einst Treffpunkt von Musikern, Schauspielern, Literaten und Künstlern. Einige von ihnen haben damals mit Kunstwerken bezahlt – nicht zuletzt deshalb speist man heute in der Kronenhalle unter echten Chagalls, Picassos und Mirós: Ein Ort, den sich kaum ein Star entgehen lässt.
Modernere Kunst bietet der kleine Spiegelsaal des Restaurants Seidenspinner: Hier scheint die Sonne bei jedem Wetter, denn die Installationen des Multimediakünstlers Ugo Rondinone aus tausenden von Spiegelteilen und die gespiegelten Orchideen verbreiten exotischen Glamour. Sucht man eher das Ambiente historisch gediegener Räume mit Zürcher Spezialitäten, dann bieten sich die Zunfthäuser an – zum Beispiel das Zunfthaus zur Waag.

Bühnen-Spektakel: Oper, Ballett, Theater
Das kulturelle Angebot Zürichs ist breit gefächert. International bekannt ist das Opernhaus Zürich als eines der führenden Häuser Europas, das sowohl in Sachen Opern als auch Ballett mit Starbesetzung brilliert. Die Tonhalle Zürich zählt bezüglich Akustik zu den besten Konzertsälen der Welt. Und im Schauspielhaus Zürich , der grössten Sprechbühne der Schweiz, wird auf höchstem Niveau Theater gespielt. In den historischen Schiffbauhallen im Trendquartier Zürich-West ist in einem raffinierten Zusammenspiel von Alt und Neu ein Kulturzentrum entstanden: mit einer Dependance des Schauspielhauses , Jazzclub , Restaurant und Turm-Bar . Nicht zu vergessen sind die zahlreichen Kleintheater, die das Publikum verzaubern.

Dadaismus – Kunstbewegung aus Zürich
Seit Jahrhunderten ist Zürich immer wieder Ausgangspunkt, Zentrum und Durchgangsstation von avantgardistischen Schriftstellern und Künstlern. 1916 entstand im Cabaret Voltaire an der Spiegelgasse die Kunstrichtung Dada aus «Protest gegen den Wahnsinn der Zeit». Begründet wurde diese revolutionäre Bewegung von Emigranten, die als politische Flüchtlinge vor den unheimlichen Vorboten des heraufziehenden ersten Weltkriegs nach Zürich geflohen waren und hier ihre Ideen von einer innovativ aufgemischten Welt mit gewaltlosen künstlerischen Mitteln umzusetzen versuchten. Im Cabaret Voltaire trafen sich Maler, Musiker, Tänzer und Literaten und stellten die gesamte bestehende Kunst in Frage. Im Oktober 2004 hat mit der Wiedereröffnung des Cabarets Voltaire in der Zürcher Altstadt eine neue Dada-Ära begonnen. Das Dadahaus mit Ausstellungen, Veranstaltungen, Barbetrieb sowie einer kleinen Fach-Leihbibliothek ist heute öffentlich zugänglich; an diesem lebendigen Kulturort werden Brücken von Dada zu zeitgenössischen gesellschaftlichen und kulturellen Strömungen geschlagen. Für Dada-Begeisterte empfiehlt sich ein Aufenthalt im Hotel
Limmatblick: hier sind alle Zimmer individuell im Dada-Stil eingerichtet.



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