Zürich, Hochburg der Kreativität
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Die Schweiz ist ein Eldorado für Design. Unzählige Kreative – von Grafikern über Künstler bis Architekten und Ingenieure – sorgen für Bewegung, Innovation und Renommee. Helvetische Gestaltung ist weltberühmt: Klassiker wie die Toblerone, das Armeemesser oder der Riri-Reissverschluss sind rund um den Globus begehrte Produkte. Dank innovativem Design haben auch die Aufzüge von Schindler, die Computermäuse von Logitech oder das Kaffeesystem Nespresso von Nestlé Weltruf erlangt.
Zürich gilt als das kreative Zentrum der Schweiz. Das kommt nicht von ungefähr. Hier werden Traditionen gepflegt und laufend neue begründet. Sich ständig neu zu erfinden und sich dabei trotzdem treu zu bleiben – das ist der Geist, der die grösste Schweizer Stadt beseelt.
Designkosmos Kreis 4 und 5
Hier wimmelt es von Kreativen, die mit ihren Designideen Konzerne bedienen und von Kreativen, die mit ihren Ideen das Stadtbild prägen. Dauernd schaffen sie Neues. Insbesondere in den beiden Stadtkreisen 4 und 5 – beide multikulturell durch und durch – hat sich ein eigentlicher Design-Mikrokosmos etabliert. Ein Spaziergang durch die belebten Strassen ist wie ein Griff in eine Wundertüte. Nicht zuletzt die Hochschule für Kunst und Gestaltung sorgt hier laufend für schöpferischen Nachschub: Junge Absolventen, die Selbstverwirklichung und Kreativität oftmals höher werten als kommerzielles Denken, schaffen eine einzigartige Atmosphäre und Dynamik. Ihnen zu Ehren ist im Frühjahr 2007 für die beiden Stadtkreise ein eigener Design-Guide aufgelegt worden. 50 Designer, neue und etablierte, haben sich daran beteiligt und den Besuchern Einblicke in ihr Schaffen, ihre Ateliers und Läden verschafft. Soll das Booklet eine neue Zürcher Tradition begründen, muss es laufend neu geschrieben werden, denn nicht jeder Kreative schafft mit seinen Ideen den Durchbruch. Einer, der hier zu den festen Werten in Sachen Kreation zählt, ist Andy Stutz, der «Seidenkönig von Zürich»: Stutz kultiviert mit Fabric Frontline Zürichs Seidentradition, die bis ins 13. Jahrhundert zurück reicht und feiert auch international Erfolge.
Kreativität ohne Grenzen
In Sachen Fashion zeigt sich Zürichs kreative Vielfalt in Reinkultur. Fashion gilt als Gebiet der grenzenlosen Möglichkeiten – und wird intensiv und vor allem innovativ beackert. Hier finden sich Männeröcke des Labels Amok von Sandra Kuratle, Mode von Ida Gut, die Kreationen aus Strick von Xess+baba sowie jene des Labels Beige vom Duo Karin Maurer und Manuela Helg. Kommerziell sehr erfolgreich ist der Zürcher Andy Tanner. Er hat mit dem Namen Alprausch sein Label für Street- und Snow-Wear kreiert, das zu den eigenständigsten der Freestyle-Szene gehört und auch im Ausland gefragt ist. In seinen Kreationen stecken funktionelle Ästhetik, zeitgenössisch umgesetzte Tradition – und Schalk. Der passionierte Snowboarder hat das Label im Jahr 2000 gegründet und 2004 in Zürich seinen ersten Alprausch-Flagshipstore eröffnet.
International renommiert und erfolgreich ist die wohl bekannteste Schweizer Designerin Christa de Carouge. Nach dem Motto «In Kleidern wohnen» schafft die 71-jährige seit Jahrzehnten aus Kleidern Architektur. Ihre Kreationen sind vorwiegend schwarz – denn schwarz ist ihre Lieblingsfarbe – und die Materialien von höchster Qualität.
Typisch Zürich
In Zürich trifft man auf typisch Zürcherisches, wo man gar nicht damit rechnet. Etwa am Rande des legendären Kreis 5: In direkter Nachbarschaft zum Bahnhof Hardbrücke steht der Flagship-Store der Freitag-Brüder Markus und Daniel. Die beiden haben mit Taschen aus rezyklierten LKW-Planen ein Kultobjekt geschaffen, das weit über Zürich hinaus begehrt wird. Und mit ihrem Shop haben sie sich ein ebenso kultiges Denkmal gesetzt: Der Freitag-Store besteht aus 17 in- und aufeinander gestapelten, rostigen Frachtcontainern und ist auf bestem Weg dazu, zu einem modernen Wahrzeichen der Stadt zu werden.
Taschen und Accessoires, aber ganz andere als die Freitag-Brüder, kreiert auch der Zürcher Francesco Rossi. Unter dem Label Rossis kreiert er Taschen und Portemonnaies nach dem Motto «Finden statt Suchen», permanent auf der Suche nach funktionalem Mehrwert. Der Karabinerhaken für den Schlüssel gehört zu Rossis Wahrzeichen. Über Schuhe ist Bruno Bencivenga mit seinem Label Navyboot inzwischen auch zu Taschen, Gürteln, Modekollektionen, Brillen und sogar Beautyprodukten gekommen. Vor rund 20 Jahren mit einem einfachen Schuhmodell angefangen, hat der Selfmade-Unternehmer seine Marke inzwischen zu einem erfolgreichen Lifestyle-Label ausgebaut, mit dem er dereinst auch im Ausland Fuss fassen will. Ein Name darf nicht fehlen, wenn es um Zürcher Taschen und Schuhe geht: Stefi Talman. Bereits mit ihrem allerersten Schuh, landete sie einen Erfolg: Er hiess Zip, war eine Bottine mit schräg über den Rist verlaufendem Reissverschluss und traf den Zeitgeist der frühen 80er-Jahre perfekt. Zip ist x-fach kopiert worden und steht nun im Museum. Heute macht Talman neben Schuhen auch Taschen und Accessoires und ist die einzige Schweizer Schuhmacherin, die von ihrer Kunst leben kann. Unique und kostbar sind auch die Handschuhe und Foulards der Zürcherin Helen Branger von Albertini. Sie verkauft ihre Preziosen unter dem Namen UNA exklusiv in ihrem eigenen Laden im Herzen Zürichs, direkt beim Bellevue.
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